Marcello Ienca zum Präsidenten der International Neuroethics Society gewählt

TUM-Professor wirbt für interdisziplinäre Zusammenarbeit und globale Inklusion

01. August 2025

Der Vorstand der International Neuroethics Society (INS) hat Professor Marcello Ienca für ein Jahr zum designierten Präsidenten ernannt. Ab 2026 wird er für zwei Jahre das Amt des Präsidenten übernehmen. Marcello Ienca wird der achte Präsident der INS seit ihrer Gründung im Jahr 2008 und der erste Kontinentaleuropäer in diesem Amt.

„Es ist mir eine Ehre, die Vision der INS zu verwirklichen und ihren Einfluss auszubauen. Sie soll nicht nur ein Zentrum für neuroethische Forschung sein, sondern auch ein Katalysator für interdisziplinäre Zusammenarbeit, globale Inklusion, generationsübergreifendes Mentoring und politisches Engagement“, sagte Ienca.

Marcello Ienca ist Professor für Ethik der Künstlichen Intelligenz und der Neurowissenschaften und stellvertretender Direktor des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin an der Technischen Universität München (TUM). Er ist außerdem Mitglied der Ad-hoc-Expertengruppe der UNESCO für die Ethik der Neurotechnologie. Er ist ernannter Experte und Berichterstatter des Ausschusses für Übereinkommen 108 des Europarats; Leiter der Arbeitsgruppe Neuroethik der International Brain Initiative und ehemaliger Leiter der Ethikgruppe für intelligente Systeme am College of Humanities der EPFL in der Schweiz.

„Ich möchte eine intellektuell ambitionierte und sozial engagierte  Fachgesellschaft formen – eine Gemeinschaft, die inspiriert, verbindet und stärkt“, erklärte er.

Als Präsident der INS plant Ienca, das Engagement der Gesellschaft mit aufstrebenden Forschungsgemeinschaften weltweit auszubauen und den Dialog zwischen Neuroethik und angrenzenden Bereichen wie KI-Ethik, Daten-Governance und Menschenrechten zu intensivieren. Er plant außerdem, generationsübergreifenden Mentorings und der ethische Mitgestaltung von Neurotechnologien durch partizipative, interdisziplinäre Ansätze zu fördern.

„Neuroethik muss so global sein wie die Wissenschaftsfelder und Technologien, die sie erforscht. Nur durch einen echten internationalen Dialog können wir sicherstellen, dass Neurowissenschaften und Neurotechnologie verantwortungsvoll und zum Gemeinwohl voranschreiten“, sagte Ienca.

Marcello Ienca ist seit 2014 aktives Mitglied des INS und seit 2023 Mitglied des Vorstands. Zusammen mit seinem Vorstandskollegen Dr. Philipp Kellmeyer war Ienca Co-Vorsitzender des Programmkomitees, das die Konferenz Neuroethics 2025 im April 2025 in München organisierte – die erste INS-Jahresversammlung in Europa, die in Partnerschaft mit der Società Italiana di Neuroetica (SINe) organisiert wurde.

„Vom Nachwuchsmitglied bis zum designierten Präsidenten – mein Weg innerhalb des INS spiegelt die einzigartige Fähigkeit der Fachgesellschaft wider, Stimmen über Generationen und Disziplinen hinweg zu fördern und zu würdigen“, sagte Ienca. „Wir stehen auf den Schultern derer, die dieses Feld aufgebaut haben. Meine Mission ist es, ihr Erbe weiterzuführen, indem ich neue Türen öffne, neue Brücken baue und unsere gemeinsame Stimme stärke.“ Ienca übernimmt die Rolle von Debra JH Mathews, die nach ihrer Präsidentschaft von Oktober 2023 bis heute für ein Jahr als Immediate Past President im Amt bleibt. Zu den ehemaligen Präsidenten der INS gehören: Joseph J. Fins (2021–2023), Nita Farahany (2019–2021), Hank Greely (2017–2019); Judy Illes (2016 und 2017); Barbara Sahakian (2014–2016) und Steven E. Hyman (2008–2014).

Der INS-Präsident ist Vorsitzender des Vorstands der Gesellschaft und leitet deren Bemühungen zur Erfüllung der Mission der Gesellschaft, eine integrative und interdisziplinäre Gemeinschaft zu fördern, die den Dialog und die Forschung zu den ethischen, rechtlichen, klinischen, sozialen und politischen Aspekten der Neurowissenschaften und -technologie vorantreibt. Das INS ist ein Berufsverband von Forschenden, Studierenden und praktizierenden Fachkräften mit Mitgliedern aus vielen Disziplinen, Kulturen und Regionen weltweit.

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